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Fibromyalgie - Keine rheumatische Erkrankung PDF Drucken E-Mail
Oktober 2007
 Die Fibromyalgie, gekennzeichnet durch
chronische, über den ganzen Körper ver-
teilte Schmerzen und sehr schmerzhaften
Druckpunkten (Tender-Points), wird bis
heute immer wieder den rheumatischen
Erkrankungen zugeordnet. Dies ist nach
den Ergebnissen einer vom Bundesminis-
terium für Bildung, Wissenschaft und For-
schung sowie Technologie (BMBF) geför-
derten Bevölkerungsstudie (siehe BMBF-
Mitteilung Dezember 1997) und weiteren
neuesten Erkenntnissen nicht haltbar und
damit falsch.

Dr. Thomas Schochat, Universität Freiburg
und Prof. Dr. Heiner Raspe, Leiter des Ins-
tituts für Sozialmedizin der Universität Lü-
beck, versuchten in einer Studie das Kon-
zept der Fibromyalgie schärfer zu fassen.
Nach Aussage der beiden Wissenschaftler
lasse sich gegenwärtig nicht von undiffer-
enzierten Schmerzsyndromen unterschei-
den. Die Studie umfasste eine Stichprobe
von 1.800 Einwohnerinnen einer Stadt im
Hochschwarzwald, von denen knapp 400
klinisch untersucht werden konnten. Es
zeigte sich, dass von 160 Frauen, die nicht
an ausgebreiteten Schmerzen litten, 5 %
genügend Schmerzpunkte aufwiesen, um
eine Fibromyalgie zu diagnostizieren. Bei
234 Frauen mit ausgebreiteten Schmerzen
waren es 21 %.

Die Wissenschaftler stellen fest: „Unsere
Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die
Anzahl der Schmerzpunkte sowohl durch
die Ausdehnung der rheumatischen Be-
schwerden, als auch durch das Ausmaß der
funktionellen Beschwerden bedingt wird.“
Diese Erkenntnis bringt noch keine Auf-
klärung über Ursachen und Entstehung der
Krankheit. Auch für epidemiologische Un-
tersuchungen der Fibromyalgie gibt es wie-
terhin Probleme. Es liegt zwar ein Katalog
von Kriterien vor (ACR-Kriterien v. 1990),
letztlich hängt die Diagnose aber doch vom
untersuchenden Arzt ab.
 Schochat und Raspe ziehen das Kriterium
der chronischen, ausgebreiteten Schmerzen
in Zweifel, da auch Frauen Schmerzpunkte
aufwiesen, die vorher nie an ausgebreiteten
Schmerzen gelitten haben.
Damit wird nach ihrer Meinung in Frage
 gestellt, ob das Konzept der Fibromyalgie
als einer ausschließlich rheumatischen Er-
krankung überhaupt Gültigkeit hat. km

Quelle:
„Aktuelle Rheumatologie“ März 1998,
Band 23, Seite M 11

„Weichteilrheumatismus“ ist kein
Synonym für die Fibromyalgie!

Oft wird der Begriff „Weichteilrheumatis-
mus“ mit der Fibromyalgie gleichgesetzt.
Eine solche Betrachtungsweise ist jedoch
nicht richtig. Sie ist daher verwirrend und
vermehrt die Möglichkeit der Fehldiagnose
und führt in vielen Fällen zu falschen Be-
handlungen mit fatalen Folgen für den Pat-
ienten.
Wir unterscheiden ja auch aus didaktischen
Gründen in der Rheumatologie im weiteren
Sinne zwischen Erkrankungen der Gelenke
sowie Wirbelsäule und Weichteile, oder auch
 in kombinierter Symptomatik, wobei
jeweils entzündliche und nichtentzündliche
Erkrankungen vorliegen können.
Weichteilerkrankungen umfassen also eine
Vielzahl von Erkrankungen. Damit kann
Weichteilrheumatismus nicht als Synonym
für die Fibromyalgie gelten!

Quelle:
„Psychorheumatologische Diagnostik in der
Praxis“, 1997, Verlag S. Sosnowski,
22967 Tremsbüttel, von Prof. Dr. med.
Hartwig Mathies, Bad Abbach (1.Präsident
der Deutschen Rheumaliga)

Eine Information der
Fibromyalgie-Liga Deutschland e.V.   

Letzte Aktualisierung ( Juli 2011 )
 
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