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Oktober 2007

Die neue Gesundheitsversicherung

Stark für Vorsorge und Früherkennung

Mit der Gesundheitsreform wird Vorsorge noch stärker gemacht. Zum Beispiel bei den Rahmenbedingungen im Betrieb oder bei den Vorsorgeleistungen der Krankenkassen. Aber auch jeder Einzelne kann einen größeren Teil beisteuern, indem er oder sie Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt. Hier hat die Gesundheitsreform noch mehr Anreize geschaffen.

Noch bessere Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz. Und damit der uns nicht krank macht, werden die Krankenkassen zukünftig an der Gesundheitsförderung in Betrieben mitwirken. Gemeinsam mit den Versicherten und den Verantwortlichen des Betriebes erarbeiten sie Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Arbeitnehmer. Dabei werden sie eng mit den Unfallversicherungsträgern zusammenarbeiten.

Vorfahrt für die Mutter-/Vater-Kind-Kuren

Erschöpfungszustände, nervliche Erkrankungen oder chronische Rückenschmerzen: Nicht wenige Eltern stoßen im Erziehungsalltag an körperliche und seelische Grenzen. Bislang waren die medizinische Vorsorge und Rehabilitation für Mütter und Väter (so genannte „Mutter-/Vater-Kind-Kuren“) Ermessungsleistungen der Krankenkassen und wurden in vielen Fällen abgelehnt. Jetzt sind diese Kuren Pflichtleistungen geworden. Das heißt: Wenn solche Maßnahmen medizinisch notwendig sind, müssen sie von der Krankenkasse auch bezahlt werden.

Anspruch auf Impfungen

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Vorsorgemaßnahmen der Medizin. Mit der Gesundheitsreform werden alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Schutzimpfungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. Nach wie vor können sich die Menschen hierbei natürlich freiwillig für oder gegen eine Impfung entscheiden.

Wichtig für Ihre Gesundheit: Die Standard-Impfungen der STIKO

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Diphtherie
  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Tetanus
  • Hepatitis B
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Influenza bei Erwachsenen über 60
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
  • Windpocken
  • Humane Papillomaviren (Gebärmutterhalskrebs) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren

Vorsorge und Früherkennung werden belohnt

Schon bisher ermunterten viele Krankenkassen ihre Versicherten dazu, von den empfohlenen Vorsorge- und den Früherkennungsuntersuchungen Gebrauch zu machen, zum Beispiel im Rahmen von Bonusprogrammen. Diese Untersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt, und eine Praxisgebühr fällt nicht an. Aber noch immer nehmen weniger als die Hälfte aller Frauen und nicht einmal 20 Prozent aller Männer diese Vorsorge- und die Früherkennungsuntersuchungen wahr. Deshalb sind mit der Gesundheitsreform weitere Anreize geschaffen worden.

  • Für Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen müssen Sie keine Praxisgebühr zahlen. Eine Übersicht über alle Untersuchungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, finden Sie im Internet unter www.die-gesundheitsreform.de

Verminderte Belastungsgrenze bei regelmäßiger Vorsorge

üngere Versicherte müssen künftig regelmäßig an den empfohlenen Vorsorge- und den Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, um im Fall einer späteren chronischen Erkrankung direkt von der verminderten Belastungsgrenze bei den Zuzahlungen profitieren zu können. Diese Regelung startet am 01. Januar 2008. Sie betrifft Frauen, die am Stichtag 01. April 2007 unter 35 Jahre und Männer, die an diesem Tag unter 45 Jahre alt sind.
Für ältere Versicherte (also Frauen, die am 01. April 2007 mindestens 35 Jahre alt sind und Männer, die an diesem Datum mindestens 45 Jahre alt sind) gilt diese Regelung nicht. Wenn sie im späteren Lebensverlauf chronisch krank werden, können sie die verminderte Belastungsgrenze von einem Prozent in jedem Fall in Anspruch nehmen.

Auch Versicherte, die schon vor dem 01. April 2007 an einer chronischen Erkrankung gelitten haben und bereits von der Ein-Prozent-Zuzahlungsgrenze nach altem Recht profitieren konnten, behalten ihre Zuzahlungsvergünstigung.

Für chronisch kranke Patientinnen und Patienten ist es besonders wichtig, dass sie sich aktiv am Behandlungsprozess beteiligen, um eine Verschlimmerung der Krankheit und das Entstehen von Folgeerkrankungen zu vermeiden. Voraussetzung für die verminderte Belastungsgrenze ist deshalb künftig in jedem Fall, dass sich die Patientin oder der Patient im Fall einer chronischen Erkrankung auch therapiegerecht verhält. Das bedeutet zum Beispiel: Sie oder er nimmt an einem strukturierten Behandlungsprogramm für Chroniker teil oder folgt den Therapieempfehlungen des Arztes.

Bonusheft wie bei der Zahnvorsorge

Ab dem 01. Januar 2008 sind die Krankenkassen verpflichtet, ihre Versicherten zu Beginn eines Kalenderjahres über alle Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zu informieren. Zudem werden sie ein einheitliches Bonusheft entwickeln, in dem alle in Anspruch genommenen Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsuntersuchungen dokumentiert werden.

Die neue Bonusregelung für Vorsorge und Früherkennung ab 01. Januar 2008

  • Nehmen Sie regelmäßig am Check-up teil?

Ab 35 Jahren sollten Sie alle zwei Jahre zur Gesundheitsuntersuchung, dem so genannten Check-up gehen. Dabei geht es um die Früherkennung häufiger Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus.

Wenn Sie nach dem Stichtag 01. April 1972 geboren wurden, zahlt sich die regelmäßige Teilnahme an Gesundheitsuntersuchungen nicht nur gesundheitlich für Sie aus, sondern gegebenenfalls auch finanziell: Sie haben Anspruch auf die verminderte Belastungsgrenze, falls Sie später an einem chronischen Leiden erkranken. Sie müssen dann maximal ein Prozent (im Regelfall gelten zwei Prozent) Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen an Zuzahlungen leisten.

  • Gehen Sie regelmäßig zur Früherkennung von Krebserkrankungen?

Wenn Sie eine Frau sind, sollten Sie ab dem 20. Lebensjahr regelmäßig an Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs teilnehmen.

Wenn Sie nach dem Stichtag 01. April 1987 geboren wurden, zahlt sich die regelmäßige Teilnahme an den Krebs-Früherkennungsunter- Suchungen nicht nur gesundheitlich für Sie aus, sondern gegebenenfalls auch finanziell: Sie haben Anspruch auf die verminderte Belastungsgrenze, falls Sie später an einem Krebsleiden erkranken.

Wenn Sie ein Mann sind, sollten Sie ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig an Untersuchungen für Früherkennung von Krebs teilnehmen.

Wenn Sie nach dem Stichtag 01. April 1962 geboren wurden, zahlt sich die regelmäßige Teilnahme an den Krebs - Früherkennungsuntersuchungen nicht nur gesundheitlich für Sie aus, sondern gegebenenfalls auch finanziell: Sie haben Anspruch auf die verminderte Belastungsgrenze, falls Sie später an einem Krebsleiden erkranken.

Wo Sie sich weiter informieren können:

Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit. Anlaufstelle für alle Fragen zum Krankenversicherungsschutz, zur Gesundheitsreform 2007 und allgemeinen Fragen zu den gesetzlichen Krankenversicherungen:

Fragen zum Versicherungsschutz: 01805/99 66 01*

Fragen zur gesetzlichen Krankenversicherung: 01805/99 66 02*

*Kostenpflichtig. Es gilt der Preis entsprechend Ihres Telefonanbieters – in der Regel 0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz. (BfG)

 

Letzte Aktualisierung ( November 2007 )
 
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