Oxithermie PDF Drucken E-Mail
April 2008

OXITHERMIE® –


eine alternative Therapieform

für Fibromyalgie-Betroffene?


Auf Einladung von Dr. med. Neveling der Klinik Blankenstein in Hattingen konnten die Mitglieder unserer Selbsthilfegruppen aus Bochum Süd-West und Wattenscheid unter der Leitung von Rosemarie Gwosdz am 12.03.2008 an einem Vortrag über Oxithermie teilnehmen.

Zu Beginn der Vortragsveranstaltung stellte Dr. Neveling den Zuhörern Prof. Manfred von Ardenne vor, der die Hyperthermie plus Sauerstoff entwickelt hat und den Vortrag über Oxithermie dann auch selbst hielt.

Die Klinik Blankenstein in Hattingen wird in naher Zukunft ein Gerät zur Durchführung von Oxithermie erhalten und damit ihr Angebotsspektrum der bereits vorhandenen anderen Therapieformen erweitern. Da die Oxithermie nicht zu den Leistungen zählt, die die Krankenkassen übernehmen, müssen interessierte Patienten die Kosten für diese Therapie selbst übernehmen. Voraussichtlich wird eine Anwendung, die gewöhnlich 30 Minuten dauert, etwa 50 Euro kosten.

 

 
Was ist Oxithermie?

Die Oxithermie ist eine neuartige Behandlungsmethode, bei der eine Ganzkörperübererwärmung (Hyperthermie) mit Sauerstoff-Mehrschritt-Inhalation nach Prof. Manfred von Ardenne kombiniert wird.

Für die Oxithermie ist typisch, dass durch die Verwendung von Infrarot-A-Licht als Wärmequelle eine sehr effektive, aber gleichzeitig patientenschonende Wärmezufuhr gegeben ist.

Infrarot-A-Licht ist unsichtbarer Bestandteil des Sonnenlichts. Im Rahmen der Oxithermie wird Infrarot-A-Licht durch ein spezielles Filterverfahren erzeugt. Nur Infrarot-A-Licht dringt in tiefere Hautschichten ein, ohne die Hautoberfläche thermisch zu überlasten.

Die in den tieferen Hautschichten (Lederhaut, Unterhaut) entstehende Wärme wird vorwiegend durch das Gefäßsystem in das Körperinnere transportiert, wodurch die Temperatur in allen Körperregionen steigt. Dies löst vielfältige Wirkungen aus, woran mehrere Mechanismen beteiligt sind:

  • Steigerung der Durchblutung on Geweben und Organen. Dies verbessert den Abtransport von Sauerstoff und Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselendprodukten.

  • Vorgänge des Stoffwechsels und Ausscheidungsfunktionen werden mit zunehmender Gewebstemperatur beschleunigt.

  • Verringerung des Muskeltonus mit Lösung auch tiefliegender Verspannungen.

  • Die Schmerzverursachenden Stoffe, wie z. B. Histamin werden schneller abtransportiert, was schmerzlindernd wirkt.

  • Immunreaktionen werden stimuliert, subakute und chronische Entzündungsprozesse aktiviert, natürliche Heilprozesse gefördert.


Die gleichzeitige Inhalation von konzentriertem Sauerstoff (ca. 90 %ig) verbessert die Mikrozirkulation und die Sauerstoffbereitstellung in allen Körperzellen für die Bildung energiereicher Verbindungen. Außerdem steigert die Sauerstoffinhalation die Verträglichkeit der Wärmebelastung.

 

So wird Oxithermie® durchgeführt

Der Patient liegt unbekleidet in Rückenlage auf der Netzliege und ist zur Abminderung von Wärmeverlusten mit einem Badtuch und einer Reflexionsfolie zugedeckt, wobei der Kopf außerhalb der Abdeckungen auf einer Unterlage ruht.

Während der Wärmeeinwirkung wird konzentrierter Sauerstoff eingeatmet.

Nach jeder Behandlung verbleibt der Patient noch ca. 10 Minuten ohne Wärmezufuhr auf der Netzliege, um ein wenig „abzukühlen“. Dabei wird weiterhin konzentrierter Sauerstoff eingeatmet.

Subjektiv wird die Oxithermie gut vertragen und die Hitzebelastung der Haut als geringfügig bzw. angenehm empfunden.

Da der Organismus versucht, die Körpertemperatur durch Erhöhung der Wärmeabgabe bei 37 Grad Celsius zu halten, kommt es neben der Steigerung der Blutmikrozirkulation und einer intensiveren Atmung auch zu starkem Schwitzen.

Die Ganzkörperübererwärmung wird mit Hilfe der Hyperthermieanlage IRATHERM® erzeugt.

Bei der IRATHERM® wird wassergefiltertes Infrarot-A-Licht von unten an den auf einem Netz liegenden Patienten herangeführt.

Mehrere Strahler – Reflektor – Systeme erzeugen wassergefiltertes Infrarot-A-Licht, das konzentriert auf die Netzebene gerichtet wird.

Das Konzept stammt von Prof. Manfred von Ardenne und wird bereits in der vierten Generation umgesetzt, so dass ca. 15 Jahre technische und klinische Anwendungserfahrung Berücksichtigung finden.

Für die Wärmewirkung sind Wärmeintensität, Anwendungsdauer und Tiefeneffekt von großer Bedeutung.

Wärmeempfinden und Wärmeverträglichkeit sind individuell unterschiedlich. Deshalb kann bei Bedarf die Wärmeleistung verändert werden.


Wo hilft Oxithermie®?

Durch systemische Wirkungen von Körpertemperatur-Erhöhung und Verbesserung des Sauerstoffstatus werden bei verschiedenen Krankheitszuständen Behandlungserfolge erreicht, die anderen Therapiemaßnahmen gegenüber nicht in jedem Fall zugänglich sind:

 

  • chronische Rückenschmerzen
  • Neuralgien

  • Fibromyalgie-Syndrom

  • Rheumatische Erkrankungen (degenerativ und subaktiv entzündlich)

  • Verspannungen tiefliegender Muskulatur

  • Regeneration bzw. Rehabilitation im Sport

  • Asthma bronchiale

  • Neurodermitis und andere allergische Erkrankungen

  • Ausleitung von Giftstoffen (Detoxifikation), zum Beispiel Schwermetalle

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

  • Infektanfälligkeit

  • Erschöpfungszustände (z. B. nach Infektionen)

  • Chronische Entzündungen (Nasennebenhöhlen, Nierenbecken, Harnwege, Vorsteherdrüse, Eierstöcke)

  • Sauerstoffmangel - Erkrankungen


Eine Einzelbehandlung dauert gewöhnlich 30 Minuten, bei speziell ausgewählten Krankheitsbildern kann sich der Arzt bzw. der Patient für eine längere Behandlungszeit entscheiden.

Ein Behandlungskomplex umfasst in der Regel 5 Einzelbehandlungen, die im Abstand von einem, meist aber zwei Tagen durchgeführt werden sollten.

Die Oxithermie ist eine Selbstzahlerleistung, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird.


Oxithermie® zur Gesundheitsvorsorge


Neben der Behandlung von Erkrankungen kann die Oxithermie auch als Kurvariante zum Erhalt bzw. zur Optimierung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eingesetzt werden:

  • bei Erschöpfungszuständen infolge Überlastung (Burn out Syndrom = Zustand des „Ausgebranntseins“)

  • zur Erhöhung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit

  • bei beeinträchtigtem Allgemeinbefinden

Die zuvor genannten positiven Betrachtungsweisen zur therapeutischen Wirksamkeit der Oxithermie stammen alle aus einer Patienten-Information des Herstellers der Geräte zur Durchführung der Oxithermie - Therapie. Somit stellen Sie nicht die Meinung der Redaktion der Fibromyalgie – aktuell dar.

Insbesondere bei dem Krankheitsbild Fibromyalgie liegen uns bisher keine repräsentativen Studien vor, die die Wirksamkeit bzw. auch eine gewisse Nachhaltigkeit der Oxithermie-Therapie belegen. Die uns zur Verfügung gestellten Studien bestanden aus einer Pilotstudie mit 15 teilnehmenden Patientinnen im Durchschnittsalter von 46 Jahren, max. 73 Jahre, die alle unter anhaltende chronische Rückenschmerzen litten, einer offenen, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit 139 Patienten sowie einem Erfahrungsbericht zum Einsatz der Oxithermie – Therapie bei degenerativ rheumatischen Erkrankungen und Weichteilrheumatismus von S. Kopp, E. Faber (hielt den Vortrag auf der „Medizinischen Woche Baden-Baden 1995“), T. Laser. In dem Erfahrungsbericht findet besondere Erwähnung, dass eine Patientin mit einem Fibromyalgie – Syndrom eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erzielen ließ; die angegebenen Therapieeffekte waren: Lockerung der Muskulatur, allgemeine Entspannung, gesteigertes Wohlbefinden und bessere Stimmung. Unsere Redaktion wird sich bemühen, eine wohl vorliegende Arbeit der Charite in Berlin sowie eine Studie der Universität Dresden zur Oxithermie zu erhalten.

Nach wie vor sollte aber immer Ziel sein, die Fibromyalgie durch Kassenleistung allein für Patienten behandelbar zu machen, da die meisten Patienten sich hohe Zuzahlungen einfach nicht leisten können. (Die Redaktion)

Letzte Aktualisierung ( April 2008 )
 
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